Wir behandeln folgende Störungsbilder

Kindl. Sprach- und Sprechstörungen

Die Sprachentwicklung von Kindern ist durch hirnphysiologisch bedingte Erwerbs- und Verarbeitungsprozesse gekennzeichnet. Das kindliche Gehirn verarbeitet das Sprachangebot der Umwelt dabei so, dass relevante Sprachstrukturen differenziert, gespeichert und für das Sprechen abgerufen werden können. Auch sprachliche Regeln müssen erfasst, motorische Sprechabläufe gesteuert und automatisiert werden.

Wenn hierbei Probleme auftreten, kann es zu unterschiedlichen Schwierigkeiten kommen:

  • Schwierigkeiten beim Verstehen von Sprache,
  • Aussprachestörungen, z.B. lispeln oder Ersetzung von Lauten („tiste“ statt „Kiste“),
  • orofaziale Muskelfunktionsstörungen, z.B. fehlender Mundschluss,
  • eingeschränkter Wortschatz / Wortfindungsprobleme,
  • Grammatikerwerbsstörungen, z.B. fehlerhafter Satzbau,
  • Schwierigkeiten in der Kommunikation, z.B. fehlender Blickkontakt.

Auch wenn kleine Kinder mit 2 Jahren noch nicht oder nur sehr wenig sprechen, deutet dies auf mögliche Spracherwerbsschwierigkeiten hin.

Ziel der logopädischen Therapie bei Kindern ist, Erwerbsprozesse anzustoßen, Sprachstrukturen auditiv wahrnehmbar zu machen und dadurch deren Verarbeitung und Speicherung zu ermöglichen sowie Sprechbewegungsabläufe motorisch zu schulen. Die Therapie enthält dabei immer auch viele spielerische Elemente.

Neurologische Störungsbilder bei Erwachsenen, Jugendlichen und Kindern

Bei einer plötzlichen oder fortschreitenden neurologischen Erkrankung (Schlaganfall, Morbus Parkinson, Amyothrophe Lateralsklerose u.a.), eines Unfalls (Schädel-Hirn-Trauma) oder Tumors im Gehirn, kann es zu einer Hirnschädigung kommen. Diese kann mit sich bringen, dass die Sprache, das Sprechen und die Fähigkeit zu schlucken beeinträchtigt sind oder auch fast ganz verloren gehen.

  • Bei einer Aphasie können Sprachverständnis, Wortschatz, Artikulation, Grammatik, Lesen, Schreiben und die Verarbeitung von Zahlen beeinträchtigt sein.
  • Wenn eine Dysarthrie vorliegt, kommt es zu Problemen bei der Atmung, Stimmgebung und der motorischen Ausführung von Sprechbewegungen.
  • Eine Sprechapraxie bezeichnet die Störung der Planung von Sprechbewegungen.
  • Die Dysphagie ist eine Störung des Schluckens.

Darüber hinaus können Schwierigkeiten mit Aufmerksamkeit, Konzentration und Gedächtnis die Kommunikationsfähigkeit beeinträchtigen. Im Mittelpunkt einer logopädischen Therapie stehen die individuellen Bedürfnisse der Betroffenen. Auf Basis einer gezielten Diagnostik und evidenzbasierten Therapie hat die logopädische Behandlung das Ziel, die gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen.

Dysphonie

Stimmerkrankung bei Kindern und Erwachsenen

Als Dysphonie bezeichnet man eine beeinträchtigte Stimmfunktion. Dysphonien können durch organische Veränderungen wie z. B sogenannte "Knötchen" hervorgerufen werden. Darüber hinaus kann auch ein Fehlgebrauch der an der Stimmgebung beteiligten Organe oder Strukturen ursächlich sein. Insofern können auch Verspannungen, Haltungsprobleme, ungünstige Artikulationsgewohnheiten oder eine Veränderung der Atmung eine Dysphonie hervorrufen. Stimmstörungen können in allen Altersgruppen auftreten. Da die Stimme auch immer ein Kennzeichen der Persönlichkeit ist, werden Stimmstörungen auch bereits in geringer Ausprägung meist als stark belastend empfunden. Die Therapie muss entsprechend die gesamte Persönlichkeit berücksichtigen und nicht nur die beeinträchtigte Stimme.

Neben der Behandlung von auftretenden Stimmstörungen können ebenfalls die Stimmfunktion selbst präventiv geschult, das Potential der Stimme und somit ihre Wirkungsweise trainiert und optimiert werden. Dies hat insbesondere für sogenannte „Sprechberufe“ hohe Relevanz. Eine belastbare, tragfähige und resonanzreiche Stimme ermöglicht überzeugende Ausdrucksstärke beim Sprechen.

Stottern & Poltern bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

Sprechen ist eine motorische Höchstleitung. Die Stimmgebung sowie die Bewegungen der Zunge und Lippen müssen aufeinander abgestimmt und koordiniert werden. Manchen Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen fällt diese Feinabstimmung schwer. Der Sprechablauf gerät ins Stocken. Es kommt zu Blockierungen („P - - - Paket“), Dehnungen („Fffffffußball“) oder Wiederholungen („Ei-ei-ei-einkaufen“). Unsicherheit oder Ängste können die Folge des Stotterns sein, nicht jedoch deren Ursache. Diese liegt vielmehr in den sprechmotorischen Arealen des Gehirns.

Manche Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben hingegen die Tendenz, zu schnell zu sprechen, Silben zu „verschlucken“ und somit als teilweise schwer verständlich wahrgenommen zu werden (Poltern). Das komplexe Zusammenspiel aus gedanklichem Impuls, sprachlicher Formulierung und Artikulation der Wörter gerät auch hier ins Wanken.

Die logopädische Unterstützung hat in beiden Fällen zum Ziel, die Balance des Sprach-Sprech-Systems herzustellen, eine bestmögliche Sprechkontrolle zu erreichen sowie selbstsicher und ohne Angst oder Vermeidung den Alltag zu meistern.

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