Unser Ausbildungskonzept

Im Rahmen unseres Ausbildungsprogramms arbeiten wir nach einem speziell für die Anforderungen zukünftiger Logopäd*innen entwickelten Ausbildungskonzept.

1. Das Kompetenzmodell der BfS für Logopädie

Das Kompetenz-Modell der Staatlichen Berufsfachschule für Logopädie bildet das Fundament des gesamten Ausbildungskonzepts. In ihm werden die therapeutischen Kompetenzen abgebildet, die im Rahmen der Ausbildung erworben werden sollen. Dies ermöglicht es unseren Studierenden, logopädisch relevante personale, sozial-kommunikative, fachliche sowie methodische Kompetenzen Schritt für Schritt und gezielt zu erwerben, zu verfeinern und zu festigen. Hierdurch wird den angehenden Logopäd*innen ermöglicht, ihr eigenes therapeutisches Handeln fachlich fundiert, versiert und zudem reflektiert zu gestalten.

Im Zentrum der individuellen Entwicklung stehen hierbei persönliche Ressourcen und Stärken der jeweiligen Studierenden.

2. Wertschätzendes Miteinander
Um eine konstruktive und wertschätzende Lernatmosphäre sicherzustellen, nutzen wir das Kommunikations- und Persönlichkeitskonzept der Transaktionsanalyse. Die Transaktionsanalyse beschreibt zum einen wichtige Aspekte des gelungenen Miteinanders zwischen Lehrenden und Lernenden. Sie berücksichtigt zudem die individuelle Lern- und Persönlichkeitsentwicklung der angehenden Therapeut*innen. Es ist uns daher wichtig zu gewährleisten, dass Studierende nicht nur ihre Ausbildungsziele erreichen, sondern zudem die Begleitung im individuellen Entwicklungsprozess als unterstützend, wohlwollend und zielführend erleben. Die Aufgabe der Lehrlogopäd*innen besteht daher darin, eine stimmige Balance aus konstruktiv-strukturierenden und gleichermaßen wertschätzend-einfühlsamen Elementen sicherzustellen und hierbei eine motivationsfördernde Lernatmosphäre zu schaffen, die die Freude am persönlichen und fachlichen Entwicklungsprozess der individuellen Studierenden fördert. Weitere Informationen zur Transaktionsanalyse siehe auch www.dgta.de
3. Theorie und Praxisunterricht

Um eine effektive Verzahnung theoretisch vermittelter Fachinhalte und dem Erwerb praktischer Kompetenzen zu gewährleisten, liegt der Ausbildungsstruktur ein gezielt didaktischer Aufbau zugrunde. Die erworbenen Kompetenzen in den Bereichen Theorie und Praxis werden im Rahmen der eigenen praktischen Tätigkeit an Patient*innen angewendet, vertieft und stetig erweitert. Dabei ist uns Transparenz in Bezug auf die Begleitung im Lern- und Entwicklungsprozess der angehenden Logopäd*innen ein wichtiges Anliegen. Aus diesem Grund finden bereits zu Beginn zu Beginn des 1. Ausbildungsabschnitts Einführungsveranstaltungen statt, in denen das Ausbildungs-Supervisions-Konzept vorgestellt wird. Dies ermöglicht es den Studierenden, sich von Anfang an, an den Lern- und Entwicklungszielen der angestrebten beruflich-professionellen Handlungsfähigkeit zu orientieren, um diese Schritt für Schritt weiterzuentwickeln und zu vertiefen.

4. Hospitationen

Während sich die Studierenden im Theorie- und Praxisunterricht auf die Therapie der einzelnen logopädischen Störungsbilder vorbereiten, beobachten sie in der Rolle der / des Hospitierenden zudem anhand einer „Spiegelscheibe“ zahlreiche Therapien anderer Mitstudierenden. Dies ermöglicht es, das eigene Wissen zu überprüfen, zu vertiefen und Anregungen für die eigenen Therapien zu erhalten. Hierdurch werden sie zunehmend befähigt, fachliche Aspekte, Methoden und therapeutisches Verhalten zu beobachten, zu dokumentieren sowie einzuschätzen. Zur Dokumentation wurden an der Berufsfachschule – analog zu den Komponenten des Kompetenzmodells – Hospitationskriterien und Beobachtungsbögen konzipiert. Diese dienen als Grundlage der fundierten, kollegialen Rückmeldung im Rahmen der Therapie-Nachbesprechungen.

5. Co- Therapien
Um sich gegenseitig bei der konkreten Ausgestaltung der eigenen Therapien mit Patient*innen und Angehörigen zu unterstützen, bilden die Studierenden Therapeut*innen-Teams bestehend aus einer/m Therapeut*in und einer Co-Therapeut*in. Dies ermöglicht es, die Therapieinhalte zu planen sowie den Therapieprozess gemeinsam auszugestalten. Selbstverständlich stehen hierbei auch die Lehrlogopäd*innen jederzeit in Form von Anregungen, Ideen und wenn erforderlich konkreten Hilfestellungen zur Verfügung.
6. Supervidierte Therapien
Die therapeutische Ausbildung der angehenden Logopäd*innen erfolgt in den unterschiedlichen logopädischen Störungsbildern. Dabei werden die Therapiesitzungen der Studierenden durch eine*n Lehrlogopäd*in mittels einer „Spiegelscheibe“ supervidiert.
 
Zu Beginn eines jeden Supervisionsprozesses erfolgt zunächst ein individuelles Supervisionseinstiegsgespräch zwischen der betreuenden Lehrlogopäd*in und der jeweiligen Supervisand*in, um die supervisorische Zusammenarbeit sowie individuelle Ziele der Therapeut*in zu reflektieren.
 
Die kontinuierliche Vor- und Nachbesprechung der Therapiesitzungen ermöglicht es im Supervisionsprozess, die therapeutischen Kompetenzen der jeweiligen Studierenden gezielt zu benennen, auszubauen und zu evaluieren. Auch hier bildet das Kompetenzmodell sowie die daraus abgeleitete systematische Reflexion des eigenen Handelns die Grundlage des persönlichen Entwicklungsprozesses.
7. Ausbildungsintegrierendes Studium (optional)

Aufgrund der bildungs- und berufspolitischen Bestrebungen hinsichtlich der Akademisierung der Logopädieausbildung wurde gemeinsam mit der OTH Regensburg ein ausbildungsintegrierender Studiengang, dem Bachelor of Science Logopädie, initiiert. So kann die bisherige Berufsfachschul-Ausbildung mit ihrem hohen Praxisanteil erhalten bleiben und zugleich im Rahmen eines zusätzlichen akademischen Abschlusses das wissenschaftliche Know-how erweitert werden. Studierende, die sich für das parallele Studium an der Hochschule Regensburg entscheiden, haben somit am Ende ihrer Ausbildung zwei Abschlüsse: die staatliche Prüfung in Logopädie nach 3-jähriger Ausbildung und den akademischen Titel B.Sc. Logopädie nach insgesamt 9 Semestern Studium.

8. Verzahnung von Theorie und Praxisausbildung
Die gezielte Verzahnung theoretisch erworbenen Wissens und praktischer Tätigkeit stellt die Basis einer fundierten Ausbildung dar. Im Rahmen der selbst durchgeführten Therapien und aufgrund der Möglichkeit, als Hospitant*in bei anderen angehenden Logopäd*innen therapeutische Prozesse zu begleiten, wird theoretisches Fachwissen sowohl in der konkreten Anwendung erlebt als auch reflektierend vertieft. Sowohl dieses Wissen, als auch die Weiterentwicklung der eigenen therapeutischen Persönlichkeit, stehen in direkter Verbindung und Abhängigkeit. Diese gegenseitige Wechselwirkung wirkt gleichzeitig als Motor für den kontinuierlichen Lernprozess auf dem Weg zur selbstständig und versiert handelnden / und fundiert arbeitenden Therapeut*innen-Persönlichkeit.
9. Staatliche Prüfung Logopädie
Am Ende der 3-jährigen Ausbildung absolvieren die Auszubildenden die staatliche Prüfung bestehend aus praktischen, schriftlichen und mündlichen Abschlussprüfungen. Im Anschluss wird den geprüften Therapeut*innen die Urkunde Staatlich geprüfte*r Logopäd*in verliehen.
10. Evaluation / Qualität
Wir sind bestrebt, eine fundierte Ausbildung unserer Studierenden und zudem eine bestmögliche Lernatmosphäre sicherzustellen. Ob uns dies wie erhofft gelingt, wird im Rahmen verschiedener Befragungen unserer Studierenden evaluiert. Diese erfolgen hierbei selbstverständlich anonym. Jede*r Lehrlogopäd*in und jede*r Dozent*in erhält somit eine Rückmeldung zur didaktischen und / oder supervisorischen Arbeitsweise. Dies ermöglicht es uns, Bewährtes beizubehalten und zugleich Optimierungsideen seitens der Studierenden zu nutzen, um unsere Vorgehensweise kontinuierlich weiterzuentwickeln.
11. B.Sc. Logopädie

Die reguläre Berufsfachschul-Ausbildung ist nach dem 6. Semester beendet und schließt mit der staatlichen Prüfung und der damit erworbenen Befähigung zur Ausübung des Berufs Logopäd*in ab.

Studierende, die sich für das zusätzliche Studium B. Sc. Logopädie entschlossen haben (siehe auch Punkt 7), besuchen parallel zu ihrer Berufsfachschulausbildung Vorlesungen und Seminare an der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH). Zudem absolvieren sie an der OTH im Anschluss an die Berufsfachschulausbildung weitere 3 Semester Vollzeit-Studium.

Der ausbildungsintegrierende Bachelorstudiengang Logopädie an der OTH Regensburg soll die Absolvent*innen dazu qualifizieren:

  • das fachspezifische Wissen zu vertiefen
  • die gesundheitswissenschaftlichen und forschungs-methodischen Kompetenzen zu erweitern
  • die Erfordernisse des modernen Gesundheitssystems sowie aktuelle Erkenntnisse der Forschung in die Planung, Durchführung und Evaluation des eigenen Handelns einfließen zu lassen
  • die Kenntnisse über berufs- und gesundheitspolitische sowie interdisziplinäre und interprofessionelle Zusammenhänge zu vertiefen
  • Früherkennungs-, Präventions- und Rehabilitationsmaßnahmen qualifiziert planen, durchführen und evaluieren zu können
  • Weiterbildungsmaßnahmen (Workshops / Seminare) qualifiziert planen, durchführen und evaluieren zu können
  • als qualifizierte Supervisor*innen / Praxisanleiter*innen in logopädischen Praxen, Einrichtungen und Kliniken für auszubildende Logopäd*innen zur Verfügung zu stehen (beispielweise in Form von Kooperationen mit „akademischen Lehrpraxen“)
  • als Qualitätsmanagementbeauftragte tätig zu sein
  • aktiv an Forschungsprojekten beteiligt zu sein
  • Leitungspositionen in multiprofessionellen Settings sowie in logopädischen Praxen, Einrichtungen und Kliniken qualifiziert zu besetzen
  • als Lehrlogopäd*innen an Berufsfachschulen für Logopädie tätig zu werden
  • als Dozent*innen / Lehrbeauftragte an Hochschulen und Universitäten tätig zu werden

Nähere Informationen finden Sie auch unter dem Menü-Punkt > Studiengang < auf unserer Website.

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